Nach dem Rekordjahr 2024 hat DSW21 beim Gleisbau auch im vergangenen Jahr massiv investiert: Insgesamt 9 Mio. € sind in die Gleisinfrastruktur in Dortmund geflossen – dabei standen diesmal vor allem die Weichen im Fokus. 18 von ihnen wurden erneuert. Hinzu kam der Austausch von insgesamt 1,7 Kilometer Gleis – bei einem Gesamtnetz von fast 110 Kilometern Länge. Auch die neue Strategie, auf weniger, aber dafür vom Umfang her größere Maßnahmen zu setzen, spiegelt sich in den Zahlen wider: Nach 17 Projekten in 2024 waren es in 2025 „nur“ noch 7.
„Bei allem, was wir machen, stehen die Fahrgäste im Mittelpunkt. Wir nehmen uns bei den Gleisbauprojekten nun jeweils größere Abschnitte vor, die danach mehrere Jahre nicht mehr angerührt werden müssen. Dort gibt’s dann längere Zeit keine Beeinträchtigungen für die Fahrgäste mehr“, skizziert DSW21-Verkehrsvorstand Ulrich Jaeger die Intention hinter der neuen strategischen Ausrichtung. „Daneben hat dieser Ansatz auch noch eine wirtschaftliche Dimension. Denn bei weniger, aber dafür größeren Maßnahmen müssen wir die aufwändige und teure Baustellen-Einrichtung natürlich auch seltener vornehmen.“ Jaeger betont auch nochmals, dass DSW21 bei der Planung von Gleisbau-Maßnahmen auf Großereignisse wie BVB-Heimspiele oder den Weihnachtsmarkt Rücksicht nimmt.
Keine Beeinträchtigungen für den Stadtbahnverkehr in der City
Mit Blick auf das laufende Jahr kann DSW21 zudem eine gute Nachricht verkünden: „Nach der großen Gleisbau-Maßnahme in der Innenstadt im Januar, sind wir mit den Arbeiten in den Tunneln erst einmal weitestgehend durch. Im City-Bereich passiert also in 2026 nichts Größeres mehr“, betont DSW21-Betriebsleiter Ralf Habbes.
Insgesamt 3,6 Kilometer Gleis und 12 Weichen will DSW21 in diesem Jahr erneuern. Der Kostenrahmen beläuft sich dabei auf etwa 15 Mio. €. Wie in den Vorjahren liegt der zeitliche Fokus auf den Schulferien im Sommer und im Herbst, weil so der Schulverkehr und Teile des Berufsverkehrs nicht berührt werden. „Wir können aber natürlich auch nicht alle Projekte in die Ferien legen, dafür haben wir einfach zu viel vor“, schränkt Habbes ein.
Und um die Maßnahmen möglichst schnell abzuschließen, wird wie immer rund um die Uhr in drei Schichten gearbeitet. Anwohner*innen und betroffene Unternehmen informiert DSW21 wie gewohnt rechtzeitig. Die beiden größten Maßnahmen 2026 am Brackeler Hellweg im Bereich der Haltestellen »In den Börten« und »Brackel Kirche« betreffen die Stadtbahnlinie U43. Sie starten in den Sommerferien und dauern bis in den September hinein. An insgesamt 41 Tagen wird anstelle der Stadtbahn abschnittsweise ein Schienenersatzverkehr mit Bussen unterwegs sein.
In den Herbstferien steht dann die Stadtbahnlinie U41 im Mittelpunkt – konkret geht es um den Bereich der Haltestellen »Brechten« und »Fredenbaum«. An drei Wochen wird dort der Stadtbahnverkehr durch Busse ersetzt. DSW21 wird frühzeitig die Details dazu kommunizieren.
Größeres Team und hohe Qualitätsstandards
Um die seit 2024 deutlich gestiegene Zahl an Gleisbau-Projekten abzuarbeiten, hat DSW21 zwischenzeitig sein Bauleiter-Team vergrößert. Fünf Ingenieure bzw. Techniker teilen sich in diesem Fachbereich die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Maßnahmen. „Dabei setzen wir konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip und auf sinnvolle inhaltliche Überschneidungen. So können wir insgesamt ein hohes Qualitätsniveau garantieren. Und wenn mal jemand ausfällt, kann ein Kollege ohne größere Reibungsverluste übernehmen“, erklärt Diethard Wippermann, Leiter des zuständigen Fachbereichs Infrastruktur Fahrweg, bei DSW21.
Ab 2027 will DSW21 seinen strategischen Ansatz im Gleisbau nochmals weiterentwickeln und noch stärker vorausschauend agieren. Betriebsleiter Ralf Habbes dazu: „Es geht dann im Gleisbereich nicht mehr ausschließlich um akuten Verschleiß. Wir schauen uns das unmittelbare Umfeld einer angedachten Maßnahme noch genauer an. Wenn dort absehbar ebenfalls Erneuerungsbedarf besteht, ziehen wir gegebenenfalls Projekte vor – wenn man sie sinnvoll miteinander verbinden kann.“ Ein Ansatz, von dem auch die Fahrgäste wieder spürbar profitieren. Denn anschließend bleiben wiederum größere Streckenabschnitte längere Zeit von Beeinträchtigungen verschont.
Hintergrund: Längere Erneuerungsphase
DSW21 befindet sich inmitten einer längeren Erneuerungsphase des Stadtbahn-Netzes. Dies liegt zum einen daran, dass viele Streckenabschnitte mittlerweile ein fortgeschrittenes Alter erreicht haben. Zum anderen ist gegenwärtig der Zugriff auf entsprechende Fördermittel möglich. Dabei geht es in erster Linie um das Landesförderprogramm »Kommunale Schiene«.
